Mittlerweile
gibt es in fast allen Bundesländern Buddhistischen Religionsunterricht
an öffentlichen Schulen.
Nachfolgend finden Sie
> Kontaktmöglichkeiten zu den lokalen Religionslehrern/innen
der ÖBR
sowie
> den aktuellen Lehrplan des Bundministeriums für
Unterricht und Kunst.
Kontakte:
Wien
> Ven. Myo Gong Marina Jahn:
Tel: 01/216 44 51, marina.jahn@chello.at
Vorschule und 1. Klasse (Volksschule),
Mo, 16.00–17.00h, Buddhistisches Zentrum,
1010 Wien, Fleischmarkt 16, 1.Stock
2. und 3. Klasse (Volksschule),
Di, 16.00–17.00, Öffentl. Tempel,
1010 Wien, Wiesingerstaße 6/6
3. u. 4. Klasse (Volksschule),
Di, 15.00–16.00, B Buddhistisches Zentrum,
1010 Wien, Fleischmarkt 16, 1.Stock
Hauptschulklassen,
Fr, 15.00–16.00, Buddhistisches Zentrum,
1010 Wien, Fleischmarkt 16, 1.Stock
AHS - Unterstufe
Freitag, 16.05–17.45, Buddhistisches Zentrum,
1010 Wien, Fleischmarkt 16, 1.Stock
> Mag. Katja Sindemann, Mail: sindemann@aon.at
5. u. 6. Klasse (Sekundärstufe)
Fr, 16.00–18.00
Öffentl. Tempel, 1010 Wien, Wiesingerstaße 6/6
> Frau Chun-Kuei CHEN, Tel: 01/319 92 38, 0669/11 86 22
83
5. u. 6. Klasse (chin.-sprachige Sekundärstufe)
Fr, 16.00–18.00, Ort auf Anfrage
> Ven. Hae Won Dr. Theo Strohal (AHS),
Tel: 01/513 19 11 15
7. bis 9. Klasse (Oberstufe AHS/BHS)
Fr, 16.00 h–18.00
Öffentl. Tempel, 1010 Wien, Wiesingerstaße 6/6
Oberösterreich:
> Mag. Wilfried Haunschmid, Tel: 079 42/754 36
BORG Honauerstrasse, Linz, Do 14.15–15.55, vierzehntägig
Brg. Hamerlingstr. Mi, 13:45–14:35 wöchentlich
Brg. Ramsauerstr. Do, 13:45–14:35 wöchentlich
> Wolfgang Haas, Tel: 07 32/736 729
VS 3 Auwiesen, Allendeplatz 1, Linz, Mi, 14.45
VS 14 Weberschule, Weberg. 1, Linz-Urfahr, Do, 13.30
Graz:
> Dr. Andrea Loseries-Leick,Tel: 03 16/32 16 29
Innsbruck:
> Mag. Hugo Klingler, Tel: 052 23/43600 11 Fax 13
E-mail: h.klingler@nusurf.at
Volksschule/Hauptschule
> Mag. Peter Schrom, Tel: 05 12/277 297
Unterstufe und Oberstufe
Salzburg:
> Fachinspektor Mag. Kurt Krammer,
Mobil: 06699/1075 97 74
E-mail: relbuddh@utanet.at
Kärnten:
> Mag. Helga Tripes-Apath und Dr. Erwin Tripes
Tel: 04228 / 31 61, Email: eh.tripes@aon.at
Niederösterreich:
> Mag. Kurt Krammer
Mobil: 06699/1075 97 74,
E-mail: relbuddh@sbg.at
Religionsunterricht ist geplant.
Vorarlberg:
> DI Helmut Gassner
Tel 055 22/706 11, Email: gassner@oyro.net
Unterstufe, Oberstufe
Jeden 2. Freitag, 16.15–17.45 h
Gut Letzehof, 6800 Feldkirch
Aktueller Lehrplan des BMUK:
Lehrplan - buddhistischer Religionsunterricht
BGBl. Nr. 255/1992 LEHRPLAN FÜR DEN BUDDHISTISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT
AN PFLICHTSCHULEN, MITTLEREN UND HÖHEREN SCHULEN
Bekanntmachung des Bundesministers für Unterricht und
Kunst betreffend den Lehrplan für den buddhistischen
Religionsunterricht an Pflichtschulen, mittleren und höheren
Schulen
A. Allgemeines Bildungsziel
Der buddhistische Religionsunterricht soll den Kindern und
Jugendlichen die Grundlagen der buddhistischen Lehre - Philosophie,
Ethik und Meditation - vermitteln. Vorrangiges Bildungsziel
ist, die Schüler im Sinne des Buddhismus zu selbständigem
Denken, Toleranz und Friedfertigkeit zu erziehen. Sie sollen
an das Verständnis herangeführt werden, daß
die Praxis der buddhistischen Lehre ein wesentlicher Bestandteil
eines sinnerfüllten Lebens ist.
B. Allgemeine Bemerkungen und didaktische Grundsätze
Da der buddhistische Religionsunterricht zum überwiegenden
Teil als Mehrklassenunterricht in Religionsunterrichtsgruppen
geführt wird, ergibt sich die Notwendigkeit, Schüler
verschiedener Altersstufen zusammenzuziehen. Bei der Festlegung
der Themenschwerpunkte ist auf die Zusammensetzung der Religionsunterrichtsgruppen
Bedacht zu nehmen.
Die allgemein gültigen didaktischen Grundsätze sind
auch für den Religionsunterricht anzuwenden, soweit dies
seine Eigenart zuläßt. Besonderes Augenmerk ist
darauf zu legen, daß die Schüler den Bezugder Lehrinhalte
zu ihrem eigenen Leben erkennen und fähig werden, das
Gelernte in ihrem täglichen Leben anzuwenden.
C. Lehrplan
1. und 2. Schulstufe
Jatakas = frühere Lebensgeschichte des Buddha. Mit Bildern
erklären, vorlesen und nachspielen lassen. Das Leben
des historischen Buddha. Von seiner Geburt als Prinz Siddhartha
bis zum 29. Lebensjahr. 3 Juwelen: Kindgerechte Darstellung
von Buddha, Dharma, Sangha. Buddha = Gründer, Dharma
= Lehre, Sangha = Gemeinschaft der Anhänger.Verehrungs-
und Zufluchtsformeln lernen und rezitieren. Achtsamkeitsübungen:
Durch achtsamkeitsfördernde Wahrnehmungsspiele (sehen,
hören, riechen, schmecken, fühlen, denken): Vorübungen
für Sitz- und Gehmeditation. Buddhistische Kinderfeste
mit den Kindern gemeinsam vorbereiten. Ritus und Symbole besprechen
und gemeinsam auswählen.
3. und 4. Schulstufe
Das Leben des Buddha. Ausführlich von seiner Geburt bis
zur Entsagung. Sein geistiger Weg bis zur Erleuchtung. ,,Buddha'',
der Erleuchtete. Seine wichtigsten Schüler: Shariputra,
Mogallana, Ananda, Rahula, Khema Uppalavanna. Lebensgeschichten
von Bodhisattvas, Mahasiddhas und großen Lehrern. 5
Sila. Sittenregeln, Ethik im Buddhismus. Unterschied zwischen
,,Verbot'' und ,,Angebot''. Deutlichmachen des Zusammenhangs
von Ursache und Wirkung. Altersentsprechende Meditationen.
Auswahl von den Kindern entsprechenden Meditationsobjekten
und formlosen Meditationen. Gespräche über die Meditation,
ihre Schwierigkeiten und ihre Vorteile.
5. und 6. Schulstufe
Wichtige Stätten des Buddhismus: Bodh Gaya, Sarnath,
Lumbini, Rajagriha, Kushinagara usw. Leben und Lehren großer
buddhistischer Meister: Shantideva, Nagarjuna, Padmasambhava,
Bodhidharma, Rinzai, Dogen, Nichiren, Honen, Shinran, Milarepa,
Niguma, Sukkhasiddhi, Yeshe Tsogyal, Mandarava usw. Die 3
Juwelen: Buddha, Dharma, Sangha. Die 4 Edlen Wahrheiten: Die
edle Wahrheit vom Leid, von der Entstehung des Leidens, vom
Aufhören des Leidens und vom Weg (rechte(s) Einsicht,
Gesinnung, Reden, Handeln, Anstrengung, Lebensführung,
Achtsamkeit, Meditation). Das Gesetz von Karma. Altersentsprechende
Formen von Meditationen.
7. und 8. Schulstufe
Die geschichtliche Entwicklung des Sangha (der buddhistischen
Gemeinschaft); die Ursachen und Ergebnisse der Konzile, Verbreitung
des Buddhismus. Entwicklung der verschiedenen Fahrzeuge: Hinayana
(Sravaka- und Pratyekabuddhayana), Mahayana (Bodhisattvayana),
Vajrayana; ihre verschiedenen Lehrmeinungen (1). Die verschiedenen
Traditionen: Theravada, Zentraditionen, tibetische Schulen,
Amidabuddhismus usw. Erweiterung des in den vorangegangenen
Jahren erworbenen Wissens über den Dharma. Zeitgenössische
Persönlichkeiten des Buddhismus. Befreiende Handlungen
(Paramitas). Umgang mit Emotionen. Buddhistisches Weltbild.
Das positive Menschenbild im Buddhismus. Die anderen Weltreligionen.
Theististische und nontheistische Religionen. Themen unserer
Zeit: Familie, Freundschaft, Liebe, Sexualität, Drogenmißbrauch,
Friedensarbeit, Toleranz. Vertiefung der Achtsamkeitsmeditationen.
Metta/Maitri Meditation.
9. und 10. Schulstufe
Die verschiedenen Lehrmeinungen (2): Vaibhasika, Sautrantika,
Cittamatra, Madhyamaka. Buddhismus im Westen: Mißverständnisse;
Übersetzungen; Wesensgehalt der Lehre und kulturspezifische
Verbrämung; Exotik; christlich geprägtes Umfeld;
westlicher Buddhismus. Entwicklung des Buddhismus in Österreich.
Einheit in der Vielfalt: gemeinsame Basis aller Lehrmeinungen
und Traditionen (die 3 Daseinsmerkmale, die 4 Siegel des Buddhismus,
die 4 Edlen Wahrheiten usw.). Schwerpunkte: die 4 Grundgedanken;
Zuflucht; Der Edle Achtfache Pfad; Samsara und Nirvana. Buddhismus
und Kunst.
Verschiedene grundlegende Meditationsformen:
Achtsamkeitsmeditation
Kontemplationen (meditative Betrachtung eines Themas)
Liebe und Mitgefühl entfalten (Metta/Maitri Meditation;
Meditation des Gebens und Nehmens)
Vertiefungsmeditation, Meditation der Geistesruhe (Samatha
oder Samadhi Meditation)
Einsichtsmeditationen, Meditation des klaren Sehens (Vipassana).
11. bis 13. Schulstufe
Buddhistische Sozialphilosophie. Buddhismus und wissenschaftliche
Erkenntnisse. Die 12gliedrige Kette des Abhängigen Entstehens.
Schwerpunkte: Bodhicitta, Bodhisattvaideal, die Emotionen
(Kleshas), absolute und relative Wahrheit. Buddhistische Literatur
aus den verschiedenen Traditionen. Themen unserer Zeit: Gleichberechtigung
von Frau und Mann, Sexualität, Ökologie, Friedensarbeit,
Nord-Süd-Problematik, Rassismus usw.
Einfluß des Buddhismus auf westliche Denker: Schopenhauer,
Schumacher, Hesse, Heisenberg usw. Erweiterung des Wissens
über die verschiedenen buddhistischen Traditionen. Dabei
sollten deren Schwerpunkte in Philosophie und Meditation nach
Möglichkeit mit Praktizierenden dieser Traditionen erörtert
und praktiziert werden.

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